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 Ernährungsirrtümer: Übergewichtige Kleinkinder - Warum Eltern Vorsorgeprogramme nicht annehmen |
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(aid) - Es gibt ein Mittel, das gegen Übergewicht besser hilft als jede Diät: gar nicht erst dick zu werden. Da sich mit zunehmendem Alter das Essverhalten stabilisiert, sollten Präventionsangebote möglichst schon im Kindergarten ansetzen. Bislang gibt es jedoch wenige solcher Projekte, die außerdem noch kaum nachgefragt werden, bedauert Petra Warschburger. Die Professorin vom Potsdamer Institut für Psychologie hielt am 14. Juni auf dem Kongress "Ernährung 2008" in Hamburg einen Vortrag zum Thema "Barrieren für die Inanspruchnahme von Präventionsangeboten".
In einer aktuellen Studie beschäftigte sich Warschburger mit der Frage, was Eltern übergewichtiger Kleinkinder davon abhält, an Beratungen zum Thema Übergewicht teilzunehmen. "Ich kann da eigentlich nichts Neues erfahren", so das Hauptargument vieler Mütter. Zudem sinke mit niedrigerem Einkommen und Bildungsabschluss der Glaube, selbst wirklich etwas bewirken und positive Resultate erzielen zu können, erläuterte Warschburger. Zeit- und Geldmangel, mitunter auch Sprachbarrieren, seien weitere Hürden, die Eltern vom Besuch der verschiedenen Informationsangebote abhielten. Oder aber: "Andere Probleme sind dringender".
Ein weiteres Hindernis: Eltern sehen erst Handlungsbedarf, wenn das Kind bereits krank ist und erkennen bestehendes Übergewicht nicht als solches an. Das gilt insbesondere für jene Erwachsene, die selbst Gewichtsprobleme haben. "Unter den übergewichtigen Müttern haben 80 Prozent ihr übergewichtiges Kind als normal eingestuft", berichtete Warschburger.
In den insgesamt 40 Interviews und 500 Fragebögen gaben 85 Prozent aller Befragten an, in den kommenden sechs Monaten keine Präventionsangebote wahrnehmen zu wollen. Ändern könnte sich das mangelnde Problembewusstsein durch Machtworte der Kinderärzte. Wenn der Arzt die Teilnahme an einem Vorsorgeprogramm empfiehlt, würden nur zehn Prozent der Studienteilnehmer diesem Rat nicht folgen.
Weitere Informationen: Der Kongress war die siebte Dreiländertagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung (AKE) und der Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz (GESKES).
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Geschrieben am Samstag, 05.Juli 2008 von Ivonne |
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