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  Akt. Informationen: Kummerspeck wissenschaftlich bestätigt  
AbnehmenÜbergewichtige trotz Stigmatisierung psychisch stabil

(aid) - Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit starkem Übergewicht werden heute wesentlich stärker diskriminiert als noch vor etwa 20 Jahren. Das beginnt laut Professor Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg-Essen im Kindergartenalter und geht in der Schule weiter, betrifft die Ausbildung, den Beruf und die Partnersuche. "Man spricht in diesem Zusammenhang von einem neuen Rassismus", sagte Hebebrand auf einer Veranstaltung des Instituts Danone Ende Juni 2008 in Zürich. Fast jedes dritte Mädchen und jeder vierte Junge werde wegen des Gewichts gehänselt, so Hebebrand. Besonders treffe dies die schwersten fünf Prozent der Jugendlichen. In dieser Gruppe gehören Hänseleien für 65 Prozent der Mädchen und 60 Prozent der Jungen zur Tagesordnung. Damit nicht genug: Lehrer, Ärzte und selbst die eigenen Eltern äußern Vorurteile und benachteiligen dicke Kinder.

Im Erwachsenenalter scheint es Übergewichtigen oft schwerer zu fallen, einen Partner zu finden. Zumindest sind sie seltener verheiratet als Normalgewichtige. Dazu kommt die berufliche und finanzielle Benachteiligung: Mit steigendem Körpergewicht sinken die Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und auch das Einkommen ist geringer als bei Normalgewichtigen, so Hebebrand.

Trotz der Stigmatisierung leiden Übergewichtige nicht wesentlich häufiger an psychischen Problemen als Normalgewichtige. Dafür spricht unter anderem eine US-Studie, bei der über 9.000 Personen mit und ohne Adipositas ausführlich befragt wurden. Stark Übergewichtige litten zwar häufiger an Depressionen, Panik- und Angststörungen, aber seltener an einer Suchterkrankung. Möglicherweise aktivieren sie ihr Belohnungssystem durch Essen, während Normalgewichtige dafür andere Substanzen brauchen.

Eindeutig zum Dickwerden neigen dagegen Kinder und Jugendliche, die oft unglücklich sind und depressiv reagieren. Sie nehmen im Lauf der Zeit an Gewicht zu und je länger die Depression dauert, desto mehr wiegen sie im Erwachsenenalter. "Damit hat die Wissenschaft den im Volksmund bekannten Kummerspeck bestätigt", sagte Hebebrand.
Geschrieben am Samstag, 30.August 2008 von Ivonne
 
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